Unser Heimatmuseum
Allgemeines
Als eine der ersten großen Herausforderungen war für unseren Verein der Aufbau des Schulmuseums. Die Mitglieder haben insgesamt 235 Stunden für Aufbau, Sammlung sowie Herrichten der Räumlichkeiten benötigt. Das Schulmuseum befand sich bis zum Umzug in die Hopfendarre in der Grundschule am Unseburger Weg.
Seit mehreren Jahren befindet sich das Schulmuseum als wichtiger Teil unseres Heimatmuseums in der ehemaligen Hopfendarre an der Hauptstraße und kann dort besichtigt werden.
Hier sind u. a. auch der „Historische Kaufladen“, eine Abteilung alter landwirtschaftlicher Geräte, Bereiche der damaligen dörflichen Wohnverhältnisse (Küche, Wohnzimmer, Waschküche, Schlachteutensilien usw.).









Die Hopfendarre
Das Volkseigene Gut Atzendorf baute um 1950 erstmals in Atzendorf Hopfen an. Das erste Hopfenfeld, über zwölf Morgen groß,
befand sich dort, wo heute das Wohngebiet von Atzendorf ist. Jeweils im zweijährigen Abstand wurden zwei weitere Schläge auf
der anderen Seite der heutigen L 71 in einer Größe von je ebenfalls zwölf Morgen eingerichtet.
Das letzte Hopfenfeld wurde zirka 1982 oder 1983 von der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) zwischen dem
heutigen Regenrückhaltebecken und Luxdorf erbaut, dabei wurden schon Betonpfähle verwendet. Immer im Frühjahr wurde der
Hopfen gepflügt, gegrubbert (das heißt, die Erde bearbeitet) und gehakt. Vom Oberdraht aus wurde zu je einer Pflanze ein
Rankdraht heruntergezogen, an dem sich die Pflanze empor schlängelte, nachdem sie angeleint wurde.
Im September war Erntezeit. Die Hopfendolden wurden von den heruntergezogenen Pflanzen mit der Hand abgepflückt und zum
Trocknen („darren“ bedeutet trocknen) zur Hopfendarre transportiert, die 1954 im Auftrag des „Volksgutes“ gebaut wurde. Dort, in
der oberen Etage, wurde der Hopfen in einem speziellen Warmluftofen „gedarrt“ und auf dem Boden ausgebreitet. Danach wurde
er in große Säcke gestopft und in den unteren beiden Etagen der Hopfendarre bis zum Abtransport gelagert.
Etwa ab Januar des Folgejahres, also ab 1955, wurde der Hopfen mit dem Lkw nach Leipzig gebracht. Dort begann sein Weg in die
westdeutschen Brauereien, denn wegen seiner guten Qualität galt der Atzendorfer Hopfen als Devisenbeschaffer und wurde in die
Bundesrepublik exportiert.
Als die Atzendorfer Hopfenproduktion dann in LPG-Hand war, wurde die Weiterverarbeitung einfacher. Die Hopfendolden wurden
von einer stationären Hopfenpflück-maschine gepflückt und sofort von einem Bandtrockner getrocknet. Die Hopfendarre wurde
nur 20 Jahre lang als solche genutzt, danach diente sie als Lager für die unterschiedlichsten Zwecke.
Die Hopfendarre wurde im Jahr 2000 von den Mitgliedern des „Carsted Club“ wieder hergerichtet. Sie beherbergt neben dem
Atzendorfer Schulmuseum auch eine kleine Landwirtschaftsausstellung, typisch bäuerliche Wohnräume und den historischen
Kaufladen.
Geöffnet wird zu Tagen der offenen Tür oder auf Anfrage. Gern kann auch zu Familienfeiern, Klassentreffen oder anderen Anlässen
ein Kaffeenachmittag im Museum gebucht werden.
Das Schulmuseum
Unser Schulmuseum entstand schon am 30.05.1997 nach dem Umzug der Grundschule nach Förderstedt. Es ermöglicht einen Einblick in den Schulalltag des 19. Jahrhunderts. Viele Unterrichtsmittel aus der Zeit von 1920-1989 gestatten dem Betrachter, eine Reise in vergangene Schulzeiten zu unternehmen. Schallplatten mit Pionierliedern, Geschichten aus den Ferienlagern und Gruppenbücher lassen noch einmal längst vergessen geglaubte Situationen nachempfinden.



Der Kolonialwarenladen
Unser Schmuckstück, der Kolonialwarenladen, zog 1999 ein. Wir erhielten ihn von Familie Gustav Schumann aus Kleinmühlingen. In Möbeln aus der vorletzten Jahrhundertwende sind allerdings schon fast vergessene Produkte aus der Zeit bis 1989 aufgereiht, angefangen von A wie ATA bis Z wie Zetti, findet man alles, was der Mensch auf dem Lande kaufen konnte.




